Das Wichtigste auf einen Blick
- Ein Relaunch zerstört Rankings, wenn alte URLs ohne passende 301-Weiterleitung verschwinden, Inhalte ohne Prüfung gelöscht werden oder die neue Seite technisch nicht indexierbar ist.
- Der wichtigste Schutz ist eine vollständige Redirect-Map: Jede alte URL bekommt ein inhaltlich passendes Ziel auf der neuen Seite.
- Für eine mittelständische Website mit rund 30 Unterseiten, neuem Design und neuem CMS sollten Sie vier bis neun Monate einplanen, als Faustregel sechs Monate.
- Leiten Sie alte URLs mindestens ein Jahr lang weiter, so empfiehlt es Google.
- Starten Sie nach dem Livegang ein enges Monitoring in der Google Search Console, mindestens in den ersten vier Wochen.
Warum verlieren Websites nach einem Relaunch ihre Rankings?
Websites verlieren nach einem Relaunch Rankings, weil Google die neuen Seiten nicht mehr den alten, bewerteten URLs zuordnen kann. Fehlen Weiterleitungen, Inhalte oder technische Grundlagen, gilt die neue Seite für Google als neue, unbewertete Seite.
Die häufigsten Ursachen:
| Fehler | Folge | So vermeiden Sie Ihn |
|---|---|---|
| Keine SEO-Bestandsaufnahme vor dem Start | Sie wissen nicht, welche Seiten Traffic und Backlinks bringen | Crawl, Search-Console-Export und Backlink-Liste vor Projektstart erstellen |
| Fehlende oder falsche 301-Weiterleitungen | Rankings und Linkkraft gehen verloren | 1:1-Redirect-Map, nur 301, vor und nach dem Livegang testen |
| Pauschale Weiterleitung auf die Startseite | Google wertet das wie einen Fehler, Nutzer verlieren Orientierung | Jede alte URL auf die thematisch passende neue URL leiten |
| 302 statt 301, Redirect-Ketten, Redirect-Schleifen | Signale werden nicht sauber übertragen | Redirects crawlen und auf direkte, einstufige 301 prüfen |
| URL-Struktur ohne Strategie geändert | Bestehende Rankings brechen weg | URLs nur mit triftigem Grund ändern, flach und sprechend halten |
| Inhalte ungeprüft gelöscht oder zusammengelegt | Rankingstarke Seiten verschwinden | Pro Seite Traffic, Keywords und Backlinks prüfen, dann entscheiden |
| Title und Meta Description gehen verloren | Klickrate und Relevanzsignale sinken | Metadaten exportieren und auf neue URLs mappen |
| Staging-Einstellungen bleiben live (noindex, Disallow) | Die neue Seite wird nicht indexiert | robots.txt und Meta-Robots direkt nach dem Livegang prüfen |
| Kein Monitoring nach dem Livegang | Fehler fallen erst nach Wochen auf | Search Console täglich prüfen, 404-Fehler sofort beheben |
Google weist außerdem darauf hin, dass nach einer Migration vorübergehende Ranking-Schwankungen normal sind. Entscheidend ist, dass sie sich nach einigen Wochen wieder stabilisieren.
Wie läuft ein Website-Relaunch ab? Die 5 Phasen
Ein Website-Relaunch läuft in fünf Phasen ab: Konzept und Struktur, Design, Inhalte, technische Umsetzung sowie Test und Livegang. Die SEO-Arbeit beginnt nicht erst beim Livegang, sondern schon in Phase 1.
Phase 1: Konzept, Struktur und SEO-Bestandsaufnahme
In dieser Phase legen Sie Ziele, Sitemap und Seitentypen fest. Gleichzeitig sichern Sie den SEO-Ist-Zustand:
- Export aus der Google Search Console: Klicks, Impressionen, Positionen pro Seite und Suchanfrage
- Vollständige URL-Liste per Crawler oder Sitemap
- Backlink-Profil: Welche URLs haben externe Links?
- Priorisierung der URLs nach Traffic und Linkkraft
Ergebnis: eine Tabelle mit allen alten URLs, ihren Keywords, Rankings und Backlinks. Sie ist die Grundlage der Redirect-Map.
Phase 2: Design
In der Designphase entstehen Entwürfe für die Startseite und die wichtigsten Seitentypen. SEO-relevant ist hier vor allem, dass Überschriftenstruktur, Navigation und interne Verlinkung nicht nebenbei verschwinden. Planen Sie Breadcrumbs von Anfang an mit ein.
Phase 3: Inhalte
Inhalte sind der häufigste Grund für Terminverzug. Entscheiden Sie pro Seite anhand von Rankings, Traffic und Backlinks, ob Sie sie behalten, verbessern, zusammenführen oder löschen. Rankingstarke Texte sollten nicht ohne Grund komplett umgeschrieben werden. Gelöschte Seiten bekommen eine 301-Weiterleitung auf ein thematisch passendes Ziel.
Phase 4: Technische Umsetzung
In dieser Phase wird die neue Website auf einer Staging-Umgebung gebaut. Zu den SEO-Aufgaben gehören:
- Redirect-Map technisch umsetzen (Server oder CMS)
- Title, Meta Description, Canonical-Tags und strukturierte Daten übertragen
- Interne Links auf die neuen URLs umstellen
- XML-Sitemap für die neuen URLs erzeugen
- Staging-Umgebung für Suchmaschinen sperren
Phase 5: Test und Livegang
Testen Sie Links, Formulare, Weiterleitungen, Tracking und mobile Darstellung auf echten Geräten. Starten Sie unter der Woche, zum Beispiel dienstags oder mittwochs, damit Fehler sofort behoben werden können. Google empfiehlt zudem, Migrationen in eine Phase mit wenig Traffic zu legen.
Wie lange dauert ein Website-Relaunch?
Für einen typischen mittelständischen Relaunch mit rund 30 Seiten, neuem Design und neuem CMS (ohne Shop und Sonderfunktionen) nennt die Agentur Seitenweise eine Spanne von vier bis neun Monaten. Als Faustregel gelten sechs Monate vom ersten Gespräch bis zum Livegang.
| Phase | Typische Dauer (Referenzprojekt mit ca. 30 Seiten) |
|---|---|
| 1. Konzept und Struktur | 4 bis 8 Wochen |
| 2. Design | 4 bis 8 Wochen |
| 3. Inhalte | 6 bis 16 Wochen |
| 4. Technische Umsetzung | 6 bis 10 Wochen |
| 5. Test und Livegang | 2 bis 4 Wochen |
Die Spanne entsteht vor allem durch interne Abstimmungen, Freigaben und die Lieferung der Inhalte, weniger durch die Programmierung selbst.
Richtwerte nach Seitenumfang (Praxiserfahrung, abhängig von Inhalten und Freigabegeschwindigkeit):
| Umfang | Realistischer Gesamtzeitraum |
|---|---|
| Bis ca. 10 Seiten | 2 bis 3 Monate |
| Ca. 30 Seiten | 4 bis 9 Monate (Faustregel: 6 Monate) |
| 100 Seiten und mehr | 6 bis 12 Monate, idealerweise in Etappen |
Sind Texte, Bilder und Entscheidungen bereits vorhanden, verkürzt sich die Zeit deutlich. Dann liegt die reine Entwicklungszeit kleiner bis mittlerer Websites bei etwa drei bis sechs Wochen.
Die häufigsten Fehler, die Conversions kosten
Vor dem Livegang
- Search-Console-Export (Seiten, Suchanfragen, Positionen) gesichert
- Vollständige Liste aller alten URLs inklusive Bildern und PDFs
- Backlink-Liste: Welche alten URLs haben externe Links?
- Redirect-Map: jede alte URL auf ein inhaltlich passendes neues Ziel
- Nur 301 (oder 308), keine 302, keine Ketten, keine Schleifen
- Title und Meta Description auf neue URLs übertragen (Richtwert: Title 50 bis 60 Zeichen, Description 150 bis 160 Zeichen)
- Genau eine H1 pro Seite, saubere Überschriftenhierarchie
- Self-Canonical auf jeder Zielseite, hreflang aktualisiert (falls mehrsprachig)
- Strukturierte Daten übertragen: Organization, BreadcrumbList, FAQPage, Article
- Interne Links und Navigation auf neue URLs umgestellt
- Gelöschte Inhalte liefern 301 auf passende Seiten oder bewusst 404/410
- Neue XML-Sitemap vorbereitet
- Staging ist per Passwortschutz oder noindex gesperrt
Performance (Core Web Vitals)
Google bewertet Ladezeit und Interaktion über die Core Web Vitals. Zielwerte, gemessen mobil:
- LCP (Largest Contentful Paint): unter 2,5 Sekunden
- INP (Interaction to Next Paint): unter 200 Millisekunden
- CLS (Cumulative Layout Shift): unter 0,1
- TTFB (Time to First Byte): unter 800 Millisekunden
Prüfen Sie diese Werte vor dem Livegang mit PageSpeed Insights. Die neue Seite sollte mindestens so schnell sein wie die alte. Mehr dazu auf der Seite Pagespeed Optimierung in Berlin.
Direkt beim Livegang
- robots.txt prüfen: kein Disallow: / aus der Staging-Phase
- Meta-Robots prüfen: kein versehentliches noindex
- Stichprobe der Redirects (wichtigste 50 URLs plus alle URLs mit Backlinks)
- Neue Sitemap in der Google Search Console einreichen
- Search-Console-Eigenschaften für alte und neue Variante (http/https, www/ohne www) bestätigt
- Tracking und Conversion-Messung funktionieren
- Serverkapazität eingeplant: Google crawlt nach einer Migration vorübergehend stärker
Nach dem Livegang
- Die ersten zwei Wochen täglich Crawling-Fehler und 404-Fehler in der Search Console prüfen
- 404-Fehler mit Traffic oder Backlinks sofort per 301 beheben
- Rankings und Klicks wöchentlich mit dem Export aus Phase 1 vergleichen
- Nach vier Wochen sollten sich die Werte erholen. Bleiben sie darunter, liegt die Ursache meist bei Redirects oder Inhalten
- Redirects mindestens ein Jahr lang aktiv lassen
Wie sichere ich Backlinks beim Relaunch?
Backlinks bleiben erhalten, wenn jede verlinkte alte URL per 301 auf eine inhaltlich passende neue URL zeigt. Google gibt an, dass permanente Weiterleitungen den PageRank nicht negativ beeinflussen.
So gehen Sie vor:
- Exportieren Sie die verlinkten Seiten aus der Search Console (Bericht zu Links) und ergänzen Sie sie mit einem Backlink-Tool.
- Sortieren Sie die URLs nach Anzahl und Qualität der Links.
- Leiten Sie diese URLs zuerst und besonders sorgfältig weiter, jeweils auf das thematisch nächste Ziel.
- Bitten Sie die wichtigsten Linkgeber, den Link auf die neue URL zu aktualisieren. Das ist optional, aber sinnvoll.
- Prüfen Sie nach dem Livegang, ob jede dieser URLs direkt mit 301 antwortet.
Woran erkenne ich, dass ein Relaunch fällig ist?
Ein Relaunch ist fällig, wenn die Website ihre Ziele technisch, inhaltlich oder gestalterisch nicht mehr erfüllt. Typische Anzeichen:
- Die Core Web Vitals liegen dauerhaft im roten Bereich und lassen sich nicht mit Optimierung beheben.
- Die Seite funktioniert auf dem Smartphone schlecht.
- Das CMS oder Theme wird nicht mehr aktualisiert, Sicherheitsupdates fehlen.
- Inhalte und Angebote entsprechen nicht mehr dem Unternehmen.
- Anfragen oder Conversions sinken, obwohl der Traffic stabil ist.
- Änderungen sind nur noch mit hohem Aufwand möglich.
Oft reicht eine gezielte Überarbeitung statt eines kompletten Relaunchs. Lassen Sie das vor der Entscheidung prüfen.
Relaunch bei großen Websites und größeren Unternehmen
Bei Websites mit über 100 Unterseiten oder mehreren Beteiligten im Unternehmen gilt: Teilen Sie das Projekt in kleinere Schritte. Google empfiehlt, Änderungen nacheinander statt gleichzeitig durchzuführen, zum Beispiel erst einen Domainwechsel und erst danach Layout oder CMS.
Praktisch heißt das:
- Priorisieren Sie URLs nach Traffic und Backlinks und prüfen Sie diese Gruppe am gründlichsten.
- Legen Sie früh fest, wer Inhalte freigibt. Verzögerungen entstehen meist bei Freigaben.
- Migrieren Sie bei sehr großen Websites bereichsweise statt in einem Schritt.
- Rechnen Sie mit längerer Crawling-Dauer: Je mehr URLs, desto länger dauert es, bis Google alle alten und neuen Adressen aufgerufen hat.
Wie ich Relaunches bei FW Webdesign umsetze
Ich begleite Relaunches von der Bestandsaufnahme bis zum Monitoring. Technik, Design und SEO liegen dabei in einer Hand, sodass die Redirect-Map nicht erst am Ende entsteht.
- Webdesign in Berlin: Konzept, Design und Umsetzung der neuen Website
- Website-Programmierung: Entwicklung auf WordPress oder individueller Basis
- Technische SEO Analyse und Umsetzung: Redirects, Indexierung, strukturierte Daten
- Pagespeed Optimierung: Core Web Vitals vor dem Livegang
- Website Wartung und Support: Monitoring und Pflege nach dem Start
Wenn Sie einen Relaunch planen, schreiben Sie mir über die Kontaktseite. Gemeinsam prüfen wir, ob ein Relaunch nötig ist und wie sich Ihre Rankings schützen lassen.
Häufige Fragen zum Website-Relaunch
Nicht zwingend. Rankings gehen verloren, wenn alte URLs nicht per 301 auf passende neue URLs weitergeleitet werden, wenn rankingstarke Inhalte entfallen oder wenn die neue Seite technisch nicht indexierbar ist. Mit Bestandsaufnahme, Redirect-Map und Monitoring lässt sich das Risiko stark senken. Kurzfristige Schwankungen sind normal.
Google empfiehlt, Weiterleitungen möglichst lange und mindestens ein Jahr beizubehalten. Entfernen Sie sie nicht vorzeitig, solange alte URLs noch Backlinks oder Traffic haben.
Für 30 Seiten mit neuem Design und neuem CMS sind vier bis neun Monate realistisch, als Faustregel sechs Monate. Den größten Unsicherheitsfaktor bilden die Inhalte, die häufig zu spät geliefert werden.
Pflicht sind eine vollständige 301-Redirect-Map, die Übertragung von Title, Meta Description und Canonical-Tags, die Prüfung von robots.txt und noindex, eine neue XML-Sitemap, strukturierte Daten, Core Web Vitals (LCP unter 2,5 Sekunden, INP unter 200 Millisekunden, CLS unter 0,1) sowie Monitoring in der Search Console.
Starten Sie unter der Woche, zum Beispiel dienstags oder mittwochs, damit Probleme sofort behoben werden können. Google empfiehlt zudem eine Phase mit wenig Traffic.
Die Kosten hängen von Umfang, Funktionen und Designanspruch ab. Kleinere Websites starten im niedrigen vierstelligen Bereich, komplexe Projekte mit individuellen Funktionen oder E-Commerce liegen deutlich höher. Eine genaue Einschätzung erhalten Sie nach einer Bestandsaufnahme Ihrer Website.
Quellen
- Google Search Central: Websiteverschiebungen und Migrationen
- Seitenweise: Website-Relaunch: Dauer realistisch planen (28. September 2026)
- Manuel Langenstein: SEO-Fehler beim Website-Relaunch (19. Februar 2026)
- DOSIGNY: Website-Relaunch Checkliste 2026
- Dricomm: Technische SEO-Checkliste


