Eine Website kann technisch funktionieren und trotzdem längst nicht mehr zu Ihrem Unternehmen passen. Doch wann reicht ein Redesign – und wann ist ein kompletter Website-Relaunch sinnvoll? Eine Website ist selten für die Ewigkeit gebaut.
Designtrends verändern sich, Unternehmen entwickeln sich weiter, technische Anforderungen steigen und auch Google verändert regelmäßig die Anforderungen an moderne Websites. Was vor fünf Jahren noch zeitgemäß war, kann heute langsam, unübersichtlich oder schlicht nicht mehr konkurrenzfähig sein.
Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht:
- „Sieht meine Website noch schön aus?“
Sondern:
- „Unterstützt meine Website mein Unternehmen noch dabei, sichtbar zu sein, Vertrauen aufzubauen und Anfragen zu generieren?“
Wenn die Antwort zunehmend „nein“ lautet, kann ein Website Redesign oder sogar ein kompletter Website Relaunch sinnvoll sein.
1. Deine Website sieht aus wie von 2018
Das klingt zunächst oberflächlich – ist es aber nicht. Ein veraltetes Design kann beeinflussen, wie Besucher ein Unternehmen wahrnehmen. Eine Website mit:
- veralteter Typografie
- unübersichtlichen Menüs
- nicht mehr zeitgemäßen Layouts
- schlecht dargestellten mobilen Ansichten
- uneinheitlichen Farben und Abständen
- überladenen Startseiten
kann schnell den Eindruck vermitteln, dass auch das Unternehmen dahinter nicht mehr aktuell ist. Dabei muss ein modernes Website Redesign nicht bedeuten, jedem Trend hinterherzulaufen. Gutes Webdesign sollte vor allem klar, nutzerfreundlich und zur Marke passend sein.
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2. Deine Website funktioniert – aber sie bringt keine Anfragen
Das ist für mich einer der wichtigsten Gründe für ein Redesign. Denn eine Website ist kein digitales Schaufenster, das lediglich hübsch aussehen soll. Sie soll etwas erreichen.
Zum Beispiel:
- Kontaktanfragen generieren
- Produkte verkaufen
- Termine vermitteln
- Vertrauen aufbauen
- Leistungen erklären
- neue Kunden gewinnen
Wenn Besucher zwar auf die Website kommen, aber kaum jemand Kontakt aufnimmt, sollte man genauer hinschauen.
- Liegt es an den Inhalten?
- An der Nutzerführung?
- An fehlenden Call-to-Actions?
- An der mobilen Darstellung?
- Oder vielleicht daran, dass Besucher überhaupt nicht verstehen, was das Unternehmen anbietet?
Ein Redesign sollte deshalb nicht mit der Frage beginnen:
- „Welche Farben wollen wir verwenden?“
Sondern:
- „Was soll ein Besucher auf dieser Website eigentlich tun?“
3. Deine Website ist auf dem Smartphone eine Katastrophe
Wir leben längst in einer Mobile-First-Welt. Eine Website muss deshalb nicht nur auf einem großen Monitor funktionieren. Navigation, Buttons, Texte, Bilder und Formulare müssen auch auf kleinen Displays sinnvoll funktionieren.
Typische Probleme älterer Websites sind beispielsweise:
- zu kleine Schrift
- zu kleine Buttons
- horizontales Scrollen
- schlecht skalierende Bilder
- überfüllte Navigation
- Formulare, die auf dem Smartphone kaum bedienbar sind
- lange Ladezeiten
Ein Website Redesign ist eine gute Gelegenheit, die gesamte Nutzerführung einmal aus Sicht des Smartphones neu zu denken.
4. Deine Website ist langsam
Eine neue Optik bringt wenig, wenn Besucher erstmal mehrere Sekunden auf den Seitenaufbau warten. Performance ist deshalb kein reines Entwickler-Thema.
Sie beeinflusst die Nutzererfahrung und kann insbesondere bei mobilen Besuchern entscheidend sein. Bei einem Redesign sollte deshalb nicht einfach das alte Design gegen ein neues ausgetauscht werden.
Stattdessen sollte auch die technische Basis überprüft werden:
- Bildgrößen und Bildformate
- JavaScript
- CSS
- Caching
- Serverantwortzeiten
- Plugins
- Datenbank
- Schriften
- technische Struktur
Design und Performance gehören zusammen. Eine moderne Website sollte nicht nur modern aussehen, sondern sich auch entsprechend anfühlen. Wenn du deine bestehende Website zunächst technisch überprüfen möchtest:
5. Deine Website wurde über Jahre erweitert
Das passiert besonders häufig bei WordPress. Eine neue Unterseite hier. Ein Plugin dort. Ein neues Formular. Ein Blog. Noch ein Slider. Dann kommt irgendwann ein neues Theme. Und plötzlich besteht die Website aus zahlreichen Funktionen, Plugins und Seitentemplates, die ursprünglich nie gemeinsam geplant wurden.
Die Website funktioniert noch – aber niemand weiß mehr genau, warum. Das ist ein typisches Zeichen dafür, dass ein Redesign mehr sein sollte als ein neues Layout. Manchmal ist ein technischer Relaunch sinnvoller. Dabei wird nicht nur die Oberfläche überarbeitet, sondern auch die technische Struktur.
6. Deine Website ist SEO-technisch gewachsen – aber nicht geplant
SEO sollte nicht erst nach dem Website Relaunch beginnen. Wenn eine Website bereits organische Rankings und Besucher über Google generiert, können Änderungen an Struktur und URLs direkte Auswirkungen auf die Sichtbarkeit haben.
Genau deshalb ist Website Relaunch SEO ein eigener wichtiger Bereich. Vor einem Relaunch sollte beispielsweise analysiert werden:
- Welche Seiten ranken?
- Welche URLs erhalten organischen Traffic?
- Welche Seiten haben Backlinks?
- Welche Inhalte sind besonders wertvoll?
- Welche Suchbegriffe bringen Besucher?
- Welche Seiten können zusammengeführt werden?
- Welche URLs sollen erhalten bleiben?
- Welche neuen URLs werden benötigt?
Ein Relaunch ist deshalb nicht der richtige Zeitpunkt, um einfach „alles einmal aufzuräumen“. SEO-Daten sollten die neue Struktur mitbestimmen.
7. Du möchtest deine URLs ändern? Dann wird es technisch interessant
Hier passieren bei Relaunches einige der teuersten SEO-Fehler.
Aus:
- /leistungen/webdesign/
wird plötzlich:
- /webdesign/
Oder aus:
- /unternehmen/ueber-uns/
wird:
- /ueber-mich/
Für den Besucher mag das kaum einen Unterschied machen. Für Suchmaschinen sind es jedoch unterschiedliche URLs. Wenn eine alte URL dauerhaft durch eine neue ersetzt wird, sollten entsprechende serverseitige Weiterleitungen eingerichtet werden. Google empfiehlt für dauerhafte URL-Änderungen insbesondere permanente Weiterleitungen wie 301 oder 308 und rät dazu, Weiterleitungsketten möglichst zu vermeiden.
Noch wichtiger:
Nicht jede alte URL sollte einfach auf die Startseite weitergeleitet werden.
Die neue Zielseite sollte inhaltlich möglichst zur alten URL passen. Google weist ausdrücklich darauf hin, dass massenhafte Weiterleitungen auf eine irrelevante Startseite problematisch sein können.
8. Deine Navigation ist komplizierter als dein Unternehmen
Wenn Besucher erst drei Menüs öffnen müssen, bevor sie verstehen, was du anbietest, stimmt wahrscheinlich etwas mit der Informationsarchitektur nicht.
Eine gute Website sollte Informationen nicht verstecken.
Besucher sollten schnell verstehen:
- Wer bist du?
- Was bietest du an?
- Für wen ist dein Angebot?
- Warum sollte ich dir vertrauen?
- Wie kann ich Kontakt aufnehmen?
Ein Redesign bietet die Möglichkeit, die gesamte Struktur neu zu denken. Und genau hier überschneiden sich UX, Content und SEO.
9. Deine Marke hat sich weiterentwickelt
Vielleicht ist das Unternehmen seit dem letzten Website-Projekt deutlich gewachsen. Neue Leistungen. Neue Zielgruppen. Neue Produkte. Neue Mitarbeiter. Neue Positionierung. Vielleicht sieht die Website aber noch genauso aus wie damals, als das Unternehmen gerade gegründet wurde. Dann ist ein Redesign nicht nur eine technische Maßnahme. Es ist ein digitales Rebranding. Die Website sollte schließlich das widerspiegeln, was ein Unternehmen heute ist – und nicht das, was es vor fünf oder zehn Jahren war.
10. Du möchtest deine Website für Google und KI-Suche besser aufstellen
Auch die Anforderungen an digitale Sichtbarkeit verändern sich. Eine moderne Website sollte Inhalte nicht nur für menschliche Besucher verständlich darstellen, sondern auch technisch sauber strukturiert sein.
Dazu gehören beispielsweise:
- klare Seitenstrukturen
- verständliche Inhalte
- semantische Überschriften
- strukturierte Daten
- interne Verlinkungen
- eindeutige Entitäten
- saubere technische Grundlagen
- schnelle Ladezeiten
Ein Redesign kann deshalb eine gute Gelegenheit sein, SEO und GEO von Anfang an in die neue Website-Struktur einzubauen, statt sie später mühsam nachzurüsten.
Mehr über Generative Engine Optimization (GEO) →
Redesign oder kompletter Relaunch – was ist eigentlich der Unterschied?
Die Begriffe werden häufig synonym verwendet. Technisch gibt es aber einen Unterschied.
Website Redesign
Beim Redesign steht vor allem die visuelle und strukturelle Überarbeitung im Vordergrund.
Das kann beispielsweise bedeuten:
- neues Design
- bessere UX
- neue Navigation
- neue Seitenlayouts
- bessere mobile Darstellung
- Optimierung von Conversion-Elementen
Die bestehende technische Basis kann dabei teilweise erhalten bleiben.
Website Relaunch
Ein Relaunch geht normalerweise deutlich weiter.
Dabei können zusätzlich verändert werden:
- CMS
- Theme
- technische Architektur
- URL-Struktur
- Seitenstruktur
- Templates
- Datenbank
- Hosting
- Tracking
- SEO-Struktur
Ein Relaunch ist deshalb komplexer – und muss entsprechend vorbereitet werden.
Website Relaunch SEO: Diese Fehler solltest du vermeiden
Wenn du deine Website neu aufbaust, solltest du SEO nicht erst nach dem Launch überprüfen.
Die wichtigsten Punkte sollten bereits vorher geplant werden.
1. Alte URLs einfach löschen
Eine bestehende URL kann Rankings, Traffic und externe Links besitzen. Einfach löschen bedeutet deshalb nicht automatisch „aufräumen“.
2. Keine Weiterleitungen einrichten
Wenn URLs geändert werden, sollten alte und neue URLs sauber miteinander verknüpft werden. Google empfiehlt bei dauerhaften Änderungen serverseitige permanente Weiterleitungen und eine vorherige URL-Zuordnung.
3. Die neue Website mit noindex online stellen
Während der Entwicklungsphase kann eine Website vorübergehend von der Indexierung ausgeschlossen werden.
Beim Launch muss aber sichergestellt werden, dass solche Blockierungen wieder entfernt wurden. Google nennt vergessene noindex- oder Crawling-Blockierungen ausdrücklich als häufigen Fehler bei Migrationen.
4. Interne Links vergessen
Wenn sich URLs ändern, müssen auch interne Verlinkungen aktualisiert werden. Google empfiehlt ausdrücklich, interne Links auf die neuen URLs anzupassen.
5. Die Sitemap nicht aktualisieren
Nach dem Relaunch sollte die neue XML-Sitemap die aktuellen URLs enthalten und in der Search Console eingereicht werden.
6. Nach dem Launch einfach weitermachen wie vorher
Der Relaunch ist nicht abgeschlossen, sobald die neue Website online ist. Nach dem Launch sollte kontrolliert werden:
- Sind alle wichtigen Seiten erreichbar?
- Funktionieren die Weiterleitungen?
- Gibt es 404-Fehler?
- Werden wichtige URLs indexiert?
- Funktionieren Formulare?
- Funktioniert Tracking?
- Gibt es Ranking- oder Traffic-Veränderungen?
- Sind Canonicals korrekt?
- Funktioniert die Sitemap?
Google weist darauf hin, dass bei größeren Änderungen vorübergehende Ranking-Schwankungen normal sein können, während die Suchmaschine die neue Struktur erneut crawlt und indexiert.
Wann brauchst du wirklich ein Website Redesign?
Nicht jede Website muss komplett neu gebaut werden.
Ein Redesign kann sinnvoll sein, wenn:
- das Design deutlich veraltet ist
- die mobile Darstellung nicht mehr funktioniert
- die Nutzerführung kompliziert ist
- die Conversion schlecht ist
- die Website langsam ist
- die Marke sich verändert hat
- die Inhalte nicht mehr zur aktuellen Positionierung passen
- SEO und Seitenstruktur über Jahre ungeplant gewachsen sind
Ein kompletter Relaunch wird dagegen interessanter, wenn zusätzlich die technische Basis, das CMS, die URL-Struktur oder die gesamte Informationsarchitektur überarbeitet werden müssen.
Ein Website Redesign sollte mehr sein als eine neue Optik
Ein gutes Website Redesign bedeutet nicht:
- „Wir machen die Website einfach schöner.“
Es bedeutet:
- „Wir schauen uns an, was heute nicht mehr funktioniert – und bauen die Website so, dass sie auch morgen noch funktioniert.“
Design, UX, Technik, SEO und Content sollten dabei nicht getrennt voneinander betrachtet werden. Und wenn sich URLs oder die gesamte Seitenstruktur verändern, wird aus einem einfachen Redesign schnell ein SEO-relevanter Website Relaunch. Deshalb sollte ein Relaunch nicht mit dem Webdesigner beginnen, der zuerst ein neues Layout zeichnet.
Er sollte mit einer Analyse beginnen:
- Was funktioniert bereits?
- Was kostet uns aktuell Besucher und Anfragen?
- Welche Rankings und Inhalte müssen erhalten bleiben?
- Und was muss sich wirklich verändern?
Genau daraus entsteht ein Redesign, das nicht nur besser aussieht, sondern auch bessere digitale Ergebnisse liefern kann.
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